Lungenwürmer bei Katzen

Martin Markowsky

Mai 13, 2026

V4 SpielendHundUndKatz
Katze hustet: ein typisches Symptom von Lungenwürmern.

Lungenwürmer bei Katzen sind Parasiten, die sich in den Atemwegen einnisten und dort Entzündungen, Husten und im schlimmsten Fall ernsthafte Atemnot auslösen. Das Tückische: Deine Katze muss keinen Kontakt zu anderen Tieren gehabt haben; eine einzige gefressene Schnecke oder ein erlegtes Beutetier reicht für eine Infektion.

Mit einer frühen Diagnose und konsequenter Behandlung erholen sich die meisten Katzen vollständig. Der anhaltende Husten, den viele Katzenhalter zunächst für eine banale Erkältung halten, ist oft das erste und einzige Warnsignal. Weil die Larven nicht in jeder Kotprobe auftauchen, kann eine mehrtägige Sammelprobe nötig sein, um den Befall sicher nachzuweisen.

Das Wichtigste

  • Häufigste Arten: Aelurostrongylus abstrusus und Capillaria aerophila befallen die Bronchien und Bronchiolen von Katzen.
  • Ansteckungsweg: Die Infektion erfolgt durch das Fressen von Zwischenwirten wie Schnecken, Mäusen, Vögeln oder Fröschen.
  • Typische Symptome: Husten mit pfeifendem Atemgeräusch, Niesen, Nasenausfluss und Abgeschlagenheit; schwere Fälle zeigen Atemnot.
  • Diagnose aufwendig: Kotuntersuchung auf Larven (Sammelprobe über mehrere Tage), Röntgen der Lunge und gegebenenfalls Bronchoskopie.
  • Risikogruppe: Vor allem Freigängerkatzen mit Jagdverhalten sind betroffen.

Wie werden Lungenwürmer übertragen?

Die Übertragung von Lungenwürmern unterscheidet sich von der Übertragung des Katzenschnupfens, der durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt zwischen Katzen übertragen wird. Bei Lungenwürmern handelt es sich um Parasiten, die einen indirekten Übertragungsweg haben. Der Befall erfolgt in der Regel durch den Verzehr von Zwischenwirten, die mit Lungenwurmlarven infiziert sind. Zu diesen Zwischenwirten gehören:

  • Schnecken und Schneckenschleim: Katzen können sich durch den Verzehr infizierter Schnecken oder durch das Lecken an mit Schneckenschleim kontaminierten Gegenständen infizieren.
  • Beutetiere: Der häufigste Übertragungsweg ist der Verzehr von infizierten Beutetieren wie Mäusen, Vögeln oder Fröschen, die die Lungenwurmlarven in sich tragen.

Sobald die Katze den infizierten Zwischenwirt frisst, gelangen die Larven des Lungenwurms in den Magen-Darm-Trakt und wandern von dort in die Lunge. Dort setzen sie sich in den Bronchien und Bronchiolen fest, wo sie sich weiterentwickeln und fortpflanzen.

Die beiden häufigsten Lungenwurmarten, die Katzen befallen, sind Aelurostrongylus abstrusus und Capillaria aerophila. Beide können ähnliche Symptome hervorrufen und sollten tierärztlich behandelt werden.

Symptome von Lungenwürmer bei Katzen

Die Symptome eines Lungenwurmbefalls können je nach Wurmart, Anzahl der Würmer und Gesundheitszustand der Katze variieren. In einigen Fällen zeigt die Katze keine oder nur sehr milde Symptome, insbesondere wenn der Befall gering ist. Bei einem stärkeren Befall oder bei einer geschwächten Katze können jedoch deutliche Anzeichen auftreten:

  • Husten und Atembeschwerden: Der häufigste Hinweis auf einen Lungenwurmbefall ist Husten, der oft mit einem Keuchen oder Röcheln einhergeht. Die Katze kann Atembeschwerden haben und schneller oder schwerer atmen.
  • Niesen und Nasenausfluss: In einigen Fällen kann die Katze auch niesen oder nasalen Ausfluss haben, der klar oder schleimig ist.
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit: Betroffene Katzen wirken oft lethargisch, ziehen sich zurück und zeigen weniger Interesse an Aktivitäten oder Spiel.
  • Verminderter Appetit und Gewichtsverlust: Aufgrund der Atembeschwerden kann die Katze weniger fressen, was zu Gewichtsverlust und einem allgemein geschwächten Zustand führen kann.
  • Atemnot und schnelle Atmung: Bei einem schweren Befall kann es zu einer beeinträchtigten Sauerstoffversorgung kommen, was zu einer schnellen Atmung (Tachypnoe) oder sogar zu Atemnot (Dyspnoe) führt.

Da diese Symptome unspezifisch sind und auch bei anderen Atemwegserkrankungen auftreten können, ist es wichtig, bei Verdacht auf Lungenwürmer einen Tierarzt zu konsultieren.

Katze mit Lungenwürmern wird sehr abgeschlagen, ein typisches Symptom.

Diagnose von Lungenwürmern bei Katzen

Die Diagnose eines Lungenwurmbefalls ist oft eine Herausforderung, da die Symptome denen anderer Atemwegserkrankungen ähneln. Der Tierarzt wird eine Reihe von Tests durchführen, um die Parasiten nachzuweisen und die passende Behandlung einzuleiten:

  • Kotuntersuchung: Eine der häufigsten Methoden zur Diagnose von Lungenwürmern ist die Kotuntersuchung. Dabei wird der Kot der Katze auf Lungenwurmlarven untersucht. Da die Larven nicht immer in jeder Kotprobe vorhanden sind, kann eine mehrtägige Sammlung von Kotproben notwendig sein, um den Befall sicher nachzuweisen.
  • Röntgenaufnahmen der Lunge: Röntgenbilder der Lunge können Hinweise auf Entzündungen, Veränderungen des Lungengewebes oder vergrößerte Bronchien geben, die auf einen Lungenwurmbefall hindeuten.
  • Bronchoskopie und Trachealspülung: In einigen Fällen kann eine Bronchoskopie (Betrachtung der Atemwege mit einem speziellen Endoskop) oder eine Trachealspülung (Entnahme von Flüssigkeit aus den Atemwegen zur Untersuchung) durchgeführt werden, um die Larven direkt nachzuweisen.
  • Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann den allgemeinen Gesundheitszustand der Katze überprüfen und Entzündungszeichen oder Anzeichen einer parasitären Infektion aufzeigen.

Durch die Kombination dieser Untersuchungen kann der Tierarzt feststellen, ob ein Lungenwurmbefall vorliegt und wie schwer dieser ist.

Behandlung von Lungenwürmer bei Katzen

Die Behandlung eines Lungenwurmbefalls zielt darauf ab, die Parasiten zu beseitigen und die Symptome zu lindern. Da es sich um einen parasitären Befall handelt, wird der Tierarzt in der Regel eine Antiparasitenbehandlung einleiten. Die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Entwurmungsmittel: Spezielle Antiparasitika werden verabreicht, um die Lungenwürmer abzutöten. Dazu gehören Medikamente wie Fenbendazol, Ivermectin oder Moxidectin, die über einen bestimmten Zeitraum verabreicht werden, um alle Larven und ausgewachsenen Würmer abzutöten.
  • Symptomatische Behandlung: Je nach Schwere der Symptome kann eine zusätzliche Behandlung notwendig sein, um den Zustand der Katze zu stabilisieren. Dazu gehören entzündungshemmende Medikamente, Bronchodilatatoren (um die Atemwege zu erweitern) oder Flüssigkeitstherapie bei dehydrierten Katzen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Nach der Behandlung ist es wichtig, die Katze regelmäßig tierärztlich untersuchen zu lassen, um sicherzustellen, dass der Lungenwurmbefall vollständig beseitigt ist und keine neuen Larven vorhanden sind.

In den meisten Fällen führt die Behandlung zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome, und die Katze erholt sich vollständig. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend für eine erfolgreiche Heilung.

Tierarzt untersucht die Katze auf Lungenwürmer.

Prognose bei Lungenwürmern der Katzen

Die Prognose bei einem Lungenwurmbefall hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem Schweregrad des Befalls, dem Gesundheitszustand der Katze und dem Zeitpunkt der Diagnose. In den meisten Fällen ist die Prognose gut, insbesondere wenn der Befall frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Wenn die Lungenwürmer jedoch unbehandelt bleiben, können sie zu schweren Atemwegserkrankungen führen, einschließlich Lungenentzündungen und Atemnot, die die Gesundheit der Katze stark beeinträchtigen können. Bei einem massiven Befall oder einer geschwächten Katze kann die Prognose weniger günstig sein.

Mit der richtigen Behandlung und Pflege erholen sich die meisten Katzen jedoch schnell, und die Symptome klingen ab.

Vorsorge und Versicherung gegen Lungenwürmer

Da Lungenwürmer durch den Kontakt mit infizierten Zwischenwirten wie Schnecken oder Beutetieren übertragen werden, ist die beste Vorsorge, den Kontakt zu diesen Tieren zu minimieren. Folgende Maßnahmen können helfen, das Risiko eines Lungenwurmbefalls zu reduzieren:

  • Freigang einschränken: Versuche, den Freigang Deiner Katze zu kontrollieren, insbesondere in Gebieten mit vielen Schnecken oder anderen potenziellen Zwischenwirten.
  • Keine Beutetiere fressen lassen: Wenn Deine Katze ein guter Jäger ist, solltest Du darauf achten, dass sie keine gefangenen Beutetiere frisst, da diese mit Lungenwurmlarven infiziert sein können.
  • Regelmäßige Entwurmung: Führe regelmäßige Entwurmungen durch, die auch Lungenwürmer abdecken, insbesondere wenn Deine Katze viel draußen unterwegs ist.
  • Gesunde Ernährung und Pflege: Eine gesunde Ernährung und eine gute Pflege unterstützen das Immunsystem Deiner Katze und helfen, das Risiko von parasitären Infektionen zu verringern.

Eine Katzenkrankenversicherung kann bei der Behandlung von Lungenwürmern hilfreich sein, da die Kosten für Tierarztbesuche, Diagnostik und Medikamente hoch sein können. Achte darauf, eine Versicherung abzuschließen, die auch parasitäre Infektionen und die notwendige Behandlung abdeckt.

Fazit

Lungenwürmer sind parasitäre Würmer, die die Atemwege von Katzen befallen und zu Atemwegserkrankungen führen können. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Symptome zu lindern und die Gesundheit Deiner Katze zu erhalten. Durch regelmäßige Entwurmung, kontrollierten Freigang und eine gute Pflege kannst Du das Risiko eines Lungenwurmbefalls minimieren und Deiner Katze ein gesundes Leben ermöglichen.

Abschließend lässt sich sagen, dass es wichtig ist, sich frühzeitig mit den möglichen Krankheiten und Gesundheitsrisiken deiner Katze auseinanderzusetzen. Auch wenn man sich immer wünscht, dass das geliebte Haustier gesund bleibt, können unerwartete Krankheiten oder Verletzungen hohe Tierarztkosten verursachen. Daher ist es sinnvoll, schon im Vorfeld über eine Absicherung nachzudenken – sei es in Form einer Katzenkrankenversicherung mit OP oder einer Katzen-OP-Versicherung. Diese können im Ernstfall viel Stress und finanzielle Belastungen abmildern und ermöglichen deiner Katze die bestmögliche Versorgung. So bist du gut vorbereitet und kannst dich voll und ganz auf das Wohl deiner Samtpfote konzentrieren.

Martin Markowsky

Versicherungsmakler & Hundeexperte

Martin Markowsky ist langjähriger Hundehalter, Fachautor und Gründer der DOGVERS GmbH. Praktisches Wissen über Hundehaltung und Tiergesundheit baut er durch das Leben mit seinem Hund Paule und die tägliche Arbeit mit Tierärzten, Hundetrainern und Tierschutzvereinen auf. Als ungebundener Versicherungsmakler mit 20 Jahren Erfahrung und langjähriger Hundehalter berät er praxisnah und ohne Verkaufsdruck. Über 50 Tierschutzvereine vertrauen seiner Arbeit. 2021 wurde er mit dem OMGV Award ausgezeichnet.
Martin Markowsky ist langjähriger Hundehalter, Fachautor und Gründer der DOGVERS GmbH. Praktisches Wissen über Hundehaltung und Tiergesundheit baut er durch das Leben mit seinem Hund Paule und die tägliche Arbeit mit Tierärzten, Hundetrainern und Tierschutzvereinen auf. Als ungebundener Versicherungsmakler mit 20 Jahren Erfahrung und langjähriger Hundehalter berät er praxisnah und ohne Verkaufsdruck. Über 50 Tierschutzvereine vertrauen seiner Arbeit. 2021 wurde er mit dem OMGV Award ausgezeichnet.

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