Ca de Bou: Charakter, Haltung, Gesundheit und Versicherung
Der Ca de Bou, auch Perro de Presa Mallorquín genannt, ist ein mittelgroßer, muskulöser Wachhund mit breitem Kopf und kurzem, rauem Fell. Er ist ruhig, selbstbewusst und wachsam. Seiner Familie ist er eng verbunden. Fremden begegnet er zunächst zurückhaltend.
Er braucht klare Erziehung und gemeinsame Beschäftigung. Neben den laufenden Ausgaben können Tierarztkosten anfallen, die eine Versicherung im vereinbarten Umfang abdecken kann. Seine Kraft und Durchsetzungsstärke verlangen Hundeerfahrung, damit du ihn im Familienalltag und bei Hundebegegnungen sicher führen kannst.
Wesen
Ruhig, selbstbewusst, wachsam und eng an vertraute Menschen gebunden
Gewicht
Rüden 35–38 kg; Hündinnen 30–34 kg
Höhe
Rüden 55–58 cm; Hündinnen 52–55 cm
Lebenserwartung
ca. 10–12 Jahre
Erziehbarkeit
Leicht
Schwer
Fellfarbe
Gestromt, falbfarben oder schwarz; schwarze Maske und begrenzte weiße Abzeichen zulässig
Steckbrief: Ca de Bou
Herkunft & Geschichte
Der Ca de Bou, auch bekannt als Perro de Presa Mallorquín oder Mallorca-Dogge, stammt von den Balearen. Seine Geschichte ist mit Wachhunden, Hundekämpfen und dem Bullenbeißen verbunden; „Ca de Bou“ bedeutet Stierhund. Der erste offizielle Zuchtbucheintrag stammt von 1928, die erste Ausstellung in Barcelona folgte 1929.
Charakter & Wesen
- Selbstbewusst, ruhig und wachsam
- Loyal und anhänglich gegenüber seiner Familie
- Fremden gegenüber reserviert, mit ausgeprägtem Wachverhalten
- Intelligent und lernfähig, zugleich durchsetzungsstark; klare, respektvolle Führung ist wichtig
- Als Familienhund braucht er gute Sozialisation, Erziehung und Auslastung; Kontakte mit kleinen Kindern bleiben beaufsichtigt.
- Erziehbarkeit: 4 von 5
Haltung
- Kein Hund für Anfänger; erfahrene Halter müssen ihn sicher führen können.
- Er braucht engen Familienanschluss und regelmäßige Spaziergänge sowie geistige Beschäftigung.
- Wohnungshaltung ist bei ausreichend Bewegung und geeigneter Betreuung möglich.
- Frühe Sozialisation mit Menschen, Kindern und Artgenossen erleichtert den Alltag; Begegnungen mit fremden Hunden brauchen sichere Führung.
- Kurze, abwechslungsreiche Lerneinheiten nutzen seine Arbeitsfreude, ohne ihn durch ständige Wiederholung zu langweilen.
Sektion / Gruppe (FCI)
- FCI, Fédération Cynologique Internationale: Gruppe 2, Pinscher und Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde
- Sektion 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde; Standard Nr. 249
- Funktion: Wach- und Schutzhund, ohne Arbeitsprüfung
Aussehen
- Größe: Standard: Rüden 55–58 cm | Hündinnen 52–55 cm
- Gewicht: Standard: Rüden 35–38 kg | Hündinnen 30–34 kg
- Fell: Kurz, rau und eng anliegend, mit geringem Pflegeaufwand
- Farben: Gestromt, schwarz oder falbfarben; schwarze Maske möglich. Weiße Abzeichen an Vorderpfoten, Brust und Fang sind im Standard bis zu 30 Prozent der Körperfläche zulässig.
- Besonderheiten: Breiter Kopf, kräftiger Kiefer mit leichtem Vorbiss, muskulöser Körper und tiefe Brust; kleine, nach hinten gefaltete Rosenohren
Ernährung
- Ein Ca de Bou erhält vollständiges, ausgewogenes Futter für seine Lebensphase.
- Welpen erhalten geeignetes Wachstumsfutter bis zur Skelettreife, in abgemessenen Portionen für kontrolliertes Wachstum.
- Beim erwachsenen Hund richten sich die Portionen nach Körperzustand und Energiebedarf; Leckerli zählen zur Tagesration.
Gesundheit
- Gelenkprobleme: Hüftdysplasie ist eine Entwicklungsstörung des Hüftgelenks bei Hunden. Schmerzen oder Lahmheit, auch bei Knie- oder Kreuzbandproblemen, brauchen tierärztliche Abklärung.
- Hautfaltenentzündung: Feuchte Zwischenräume können sich entzünden. Tatsächlich vorhandene Falten bleiben sauber und trocken; Rötung, Geruch oder Schmerzen sind abzuklären.
- Herzsymptome: Husten, Schwäche oder erhöhte Atemanstrengung können auf eine Herzerkrankung hinweisen und erfordern tierärztliche Untersuchung.
- Magendrehung: Der tiefe Brustkorb macht dieses Thema relevant, denn diese Körperform ist bei Hunden mit erhöhtem Risiko verbunden. Ein aufgeblähter Bauch und erfolgloses Würgen verlangen sofort tierärztliche Notfallhilfe.
Lebensspanne
- Ca. 10–12 Jahre

Aussehen und Besonderheiten des Ca de Bou
Der Ca de Bou ist mittelgroß, muskulös und kompakt, mit einem etwas länglichen Körper. Seine breite, tiefe Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Der kräftige Hals und der breite, annähernd quadratische Schädel prägen sein Erscheinungsbild. Beim Rüden fällt der Kopf größer aus als bei der Hündin. Auch die Körpermaße unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern.
Der kräftige Fang hat einen leichten Vorbiss: Der Unterkiefer steht etwas vor dem Oberkiefer. Dunkle, ovale Augen und kleine Rosenohren, die sich nach hinten falten, geben dem Kopf seinen Ausdruck. Die tief angesetzte Rute ist an der Basis dick und wird zur Spitze schmaler. In Bewegung trägt er sie leicht gebogen.
Das Fell liegt eng am Körper und fühlt sich kurz und rau an. Die Farben sind gestromt, falbfarben oder schwarz. Eine schwarze Maske ist zulässig. Weiße Abzeichen dürfen nach dem Rassestandard an Vorderpfoten, Brust und Fang vorkommen und höchstens 30 Prozent der gesamten Fellfläche ausmachen. Die Haut liegt überwiegend an. Am Hals kann eine leichte Wamme, also etwas lose Haut, vorhanden sein.

Passt ein Ca de Bou zu mir?
Erfahrung mit durchsetzungsstarken Hunden und Zeit für gemeinsame Beschäftigung sind wichtige Voraussetzungen. Du musst ihn sicher führen, konsequent erziehen und an Menschen, Artgenossen und unterschiedliche Situationen gewöhnen können. Für Anfänger ist das anspruchsvoll. Wer diese Aufgaben verlässlich übernimmt, findet in ihm einen eng verbundenen Begleiter.
Wesen und Verhalten im Alltag
Der Ca de Bou ist ruhig, ausgeglichen und selbstbewusst. In vertrauter Umgebung entspannt er sich, bleibt aber aufmerksam. Seine Wachsamkeit gehört ebenso zu seinem Charakter wie die enge Bindung an seine Bezugspersonen.
Fremden begegnet er zunächst zurückhaltend. Gewöhne ihn deshalb früh an Besuch und neue Situationen.
Familie und Kinder
Seiner Familie gegenüber ist der Ca de Bou anhänglich und verschmust. Für das Zusammenleben braucht er gute Sozialisation, konsequente Erziehung und körperliche Auslastung.
Kleine Kinder dürfen nicht unbeaufsichtigt mit ihm sein. Erwachsene begleiten die Begegnungen und vermitteln Kindern einen respektvollen Umgang mit dem Hund. Seine Kraft und Größe erfordern dabei Aufmerksamkeit, auch wenn er sich vertrauten Kindern freundlich zuwendet.
Begegnungen mit anderen Hunden
Der Ca de Bou kann territorial auftreten. Frühe Kontakte zu Artgenossen helfen ihm, andere Hunde kennenzulernen. Gewöhne ihn von Beginn an auch an unterschiedliche Begegnungssituationen, statt Hundekontakte erst beim erwachsenen Tier zum Thema zu machen.
Bei fremden Hunden brauchst du Aufmerksamkeit und verlässliche Kontrolle an der Leine. Gestalte Begegnungen so, dass du ihn sicher führen kannst. Seine körperliche Stärke darf dich dabei nicht überfordern.

Alltag und Beschäftigung mit einem Ca de Bou
Lebensraum und tägliche Betreuung
Wohnungshaltung ist möglich, wenn er ausreichend Bewegung und passende Betreuung bekommt. Ein Haus mit sicher eingezäuntem Garten bietet zusätzlichen Platz, ersetzt aber weder Spaziergänge noch gemeinsame Beschäftigung. Er braucht Familienanschluss und einen ruhigen Wohnalltag.
Übe zeitweises Alleinbleiben früh. Seine Bindung an vertraute Menschen verlangt, dass du die tägliche Betreuung zuverlässig organisierst.
Bewegung und sinnvolle Auslastung
Regelmäßige Spaziergänge und Kopfarbeit ergänzen sich. Der Ca de Bou bewegt sich gern in der Natur und arbeitet gern mit seinen Menschen. Nasenarbeit, Grundgehorsam und kleine Tricks bieten unterschiedliche gemeinsame Aufgaben.
Sorge draußen für sichere Kontrolle an der Leine. Die Aktivität soll zu Alter und Gesundheit passen und Raum für Ruhe lassen. Ein sportlicher Körper ist kein Grund, Welpen zu überlasten oder intensive Einheiten zu erzwingen.
Erziehung und Training des Ca de Bou
Der Ca de Bou ist intelligent, sozial und arbeitsfreudig, zugleich durchsetzungsstark. Er lernt mit klaren Regeln und einer Führung, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruht. Seine Erziehung ist eine eigene Aufgabe neben der körperlichen Auslastung.
- Beginne schon beim Welpen mit der Gewöhnung an Menschen, Hunde und Alltagssituationen.
- Halte Lerneinheiten kurz und abwechslungsreich. Ständige Wiederholungen derselben Aufgabe können ihn langweilen.
- Setze Regeln ruhig und konsequent um, damit deine Führung verlässlich bleibt.
- Arbeite an sicherer Kontrolle, bevor seine körperliche Stärke das Führen erschwert.

Gesundheit und Lebenserwartung des Ca de Bou
Die Lebenserwartung des Ca de Bou beträgt ca. 10–12 Jahre. Schmerzen beim Bewegen oder eine veränderte Gangart brauchen tierärztliche Abklärung. Wachstum, Ernährung und Gewicht beeinflussen die Belastung der Gelenke. Akute Warnzeichen einer Magendrehung verlangen dagegen sofortige Hilfe.
Gelenke und Bewegungsschmerzen
Zeigt ein Ca de Bou Schmerzen oder Lahmheit, können Gelenkerkrankungen oder eine Verletzung dahinterstecken. Eine Hüftdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Bei Hunden wirken dabei mehrere erbliche Faktoren zusammen. Wachstum, Ernährung, Bewegung und Körpergewicht beeinflussen den Verlauf.
Auch Fehlentwicklungen am Ellenbogen, Probleme mit der Kniescheibe (Patellaluxation), Gelenkverschleiß (Arthrose) und Kreuzbandverletzungen sind mögliche Ursachen von Bewegungsschmerzen. Der Tierarzt klärt, welche Erkrankung vorliegt und welche Behandlung nötig ist. Ein verletztes Kreuzband kann einen Eingriff erfordern, um das Gelenk wieder zu stabilisieren.
Vermeide Überfütterung im Wachstum und halte den Hund schlank. Zu schnelles Wachstum und zusätzliches Körpergewicht belasten die Entwicklung und die Gelenke.
Magendrehung: Welche Warnzeichen sind akut?
Der Ca de Bou hat einen tiefen Brustkorb. Bei Hunden steht diese Körperform mit einem erhöhten Risiko für eine Magendrehung in Verbindung. Dabei bläht sich der Magen auf und kann sich um seine Achse drehen. Das beeinträchtigt die Durchblutung und die Atmung: Eine Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Mögliche Warnzeichen sind:
- Unruhe oder ein ängstlicher Blick zum Bauch
- starkes Speicheln
- ein zunehmend aufgeblähter Bauch
- Würgen, ohne etwas zu erbrechen
- Schwäche oder Zusammenbruch
Suche bei diesen Anzeichen sofort tierärztliche Notfallhilfe. Bei bestätigter Magendrehung sind eine Stabilisierung des Kreislaufs und eine Operation nötig. Frühe Behandlung verbessert die Aussichten.

Hautprobleme und auffällige Herzsymptome
Hat ein Ca de Bou Hautfalten, können sich in den warmen, feuchten Zwischenräumen Bakterien und Hefepilze vermehren. Eine Hautfaltenentzündung macht sich etwa durch Rötung, unangenehmen Geruch, Juckreiz oder Schmerzen bemerkbar. Lass entzündete Haut tierärztlich untersuchen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
Husten, Schwäche, Kollaps oder erhöhte Atemanstrengung können auf eine Herzerkrankung hinweisen. Bei einer dilatativen Kardiomyopathie erweitern sich die Herzkammern und der Herzmuskel pumpt schwächer. Diese Erkrankung lässt sich unter anderem durch Herzultraschall feststellen. Der Tierarzt klärt die Beschwerden ab und entscheidet über die Behandlung, etwa mit Herzmedikamenten.
Versicherungen für den Ca de Bou: Was ist sinnvoll?
Eine längere Behandlung kann wiederholte Tierarztbesuche und Medikamente erfordern, ein Notfall einen kurzfristigen Eingriff. Eine Versicherung für den Ca de Bou sollte die dafür wichtigen Kostenrisiken abdecken. Eine Listenhundeversicherung kann Tierarztkosten absichern, wenn die Behandlung oder Operation zum vereinbarten Schutz gehört.
Krankenversicherung: Welche Behandlungen sind wichtig?
Erkrankt ein Ca de Bou am Herzen, können Untersuchungen und Medikamente über längere Zeit Kosten verursachen. Eine Hundekrankenversicherung kann ambulante und stationäre Behandlungen, Diagnostik, Medikamente und Operationen abdecken. Bei der Krankenversicherung für Listenhunde bestimmt der Vertrag, welche Leistungen eingeschlossen sind.
Das gilt auch für die Behandlung von Hauterkrankungen sowie Physiotherapie und Reha. Vorerkrankungen, Eintrittsalter und Wartezeiten beeinflussen die Auswahl und den möglichen Schutz. Selbstbeteiligung, Leistungsgrenzen und Ausschlüsse können dazu führen, dass du einen Teil der Rechnung selbst bezahlst.
Hunde-OP-Versicherung
Bei einer bestätigten Magendrehung eines Ca de Bou ist eine Operation nötig. Eine OP-Versicherung für Listenhunde kann die Kosten eines solchen Eingriffs absichern. Der Vertrag legt fest, welche Operationen und welche zugehörigen Kosten für Diagnostik, Narkose oder Nachsorge übernommen werden.
Auch Eingriffe nach einem Kreuzbandriss, Tumorentfernungen sowie Zahn- und Gelenkoperationen können Kosten auslösen. Reiner OP-Schutz ist enger als eine Krankenversicherung: Laufende Behandlungen ohne Operation gehören nicht automatisch dazu. Selbstbeteiligung, Leistungsgrenzen und Ausschlüsse bleiben bei der Erstattung entscheidend.
Hundehaftpflicht und örtliche Halterpflichten
Als Halter eines Ca de Bou haftest du für Schäden an anderen Menschen oder deren Eigentum, die dein Hund verursacht, auch ohne eigenes Verschulden. Die gewöhnliche Privathaftpflicht versichert Hunde nicht mit. Dafür gibt es die separate Hundehalterhaftpflicht für Listenhunde. Mietschäden, Betreuung durch andere Personen und Auslandsaufenthalte müssen zum vereinbarten Schutz gehören, wenn du sie mitversichern möchtest.
- In Bayern steht der Ca de Bou unter dem Namen Perro de Presa Mallorquin auf der Rasseliste. Er gehört zur Kategorie 2. Die Kampfhundeeigenschaft wird vermutet, bis du der zuständigen Behörde für den einzelnen Hund nachweist, dass er keine gesteigerte Aggressivität oder Gefährlichkeit zeigt. Ohne diesen Nachweis brauchst du eine kommunale Haltungserlaubnis. Eine Haftpflichtversicherung kann deren Auflage sein.
- In den übrigen 15 Bundesländern steht die Rasse nicht namentlich auf der aktuellen landesweiten Haltungsliste. Regeln für einzelne gefährliche Hunde, erfasste Kreuzungen und frühere Einstufungen können trotzdem gelten. In Nordrhein-Westfalen klärt die zuständige Behörde beim konkreten Hund, ob er einer gelisteten Rasse oder Kreuzung zuzuordnen ist. Der Name Ca de Bou allein entscheidet das nicht.
Versicherungspflichten gelten unabhängig von einem namentlichen Rasselisteneintrag. In Nordrhein-Westfalen besteht eine Pflicht zur Hundehaftpflicht für Hunde, die ausgewachsen mindestens 40 cm Schulterhöhe oder 20 kg Gewicht erreichen. Das ist die Kategorie großer Hunde, keine Rasseliste.
Pflege und Fütterung im Alltag
Fell, Haut, Ohren und Zähne
Die Fellpflege ist unkompliziert. Bürste das kurze Fell regelmäßig und gewöhne den Hund schon früh an Berührungen und Pflegeschritte.
- Kontrolliere Haut, Augen und Ohren regelmäßig und säubere Augen und Ohren bei Bedarf.
- Mache ihn früh mit der Zahnreinigung und dem Blick in die Ohren vertraut.
- Halte vorhandene Hautfalten sauber und trocken. Bei Rötung, Geruch oder Schmerzen braucht er tierärztliche Hilfe.
- Behalte die Krallen im Blick und lass sie bei Bedarf kürzen.

Fütterung, Wachstum und Gewicht
Abgemessene Mahlzeiten helfen, Überfütterung zu vermeiden. Für die meisten erwachsenen Hunde sind zwei vorportionierte Mahlzeiten zu regelmäßigen Zeiten geeignet. Rechne Leckerli zur täglichen Energieaufnahme hinzu und kontrolliere Gewicht und Figur regelmäßig.
Ein Ca-de-Bou-Welpe braucht ausgewogenes Wachstumsfutter bis zur Skelettreife, auch wenn sein sichtbares Wachstum bereits nachlässt. Überfütterung beschleunigt das Wachstum und kann eine gesunde Skelettentwicklung beeinträchtigen. Für den erwachsenen Hund wählst du ein ausgewogenes Futter für seine Lebensphase. Frisches Wasser muss zugänglich sein.
Zusätzliches Calcium, Phosphor oder Vitamin D ist bei einem ausgewogenen Wachstumsfutter meist unnötig und kann schaden.

Herkunft und Geschichte des Ca de Bou
Der Ca de Bou stammt von Mallorca auf den spanischen Balearen. Die Namen Perro de Presa Mallorquín, Perro Dogo Mallorquin, Mallorquinische Dogge und Mallorca-Bulldogge bezeichnen denselben Hund. „Ca de Bou“ bedeutet Stierhund und erinnert an seine frühere Verwendung bei Kämpfen gegen Bullen.
Seine überlieferte Entwicklung ist mit Handelskontakten im Mittelmeerraum verbunden. Wach- und Schutzhunde begleiteten Menschen in Häfen und Küstensiedlungen. Auf den Balearen wurden heimische Hunde mit den von Briten mitgebrachten Wach- und Kampfhunden gekreuzt. Der Ca de Bou wurde als Wächter und bei Tierkämpfen eingesetzt. Nach einem Rückgang des Bestands erholte sich die Zucht in den späten 1980er-Jahren wieder.
Das spanische Zuchtbuch erwähnte die Rasse bereits 1923. Der erste offizielle Eintrag folgte 1928, die Vorstellung auf einer Hundeausstellung in Barcelona 1929. Die Fédération Cynologique Internationale, der internationale Dachverband für die Rassehundezucht, führt ihn unter Standard Nr. 249 in Gruppe 2, Sektion 2.1, bei den Molossoiden und doggenartigen Hunden. Er ist als Wach- und Schutzhund eingeordnet, ohne vorgeschriebene Arbeitsprüfung.
Was ist vor der Anschaffung eines Ca de Bou wichtig?
Plane die dauerhafte Betreuung und die laufenden Ausgaben, bevor du einen Ca de Bou adoptierst oder einen Welpen kaufst. Bewegung, Erziehung und Pflege brauchen täglich Zeit. Neben der Versorgung fallen Tierarztkosten an. Auch bei einem versicherten Hund können Eigenkosten bleiben.
Beginne die Suche nach einem seriösen Züchter früh. Die Herkunft sollte nachvollziehbar sein, und der Welpe sollte bereits Menschen und unterschiedliche Situationen kennengelernt haben. Gesundheitsnachweise der Elterntiere sind ein wichtiger Teil dieser Suche. Angebote mit unklarer Herkunft verdienen besondere Vorsicht.
Prüfe vor deiner Entscheidung, ob du den erwachsenen Hund sicher führen und konsequent betreuen kannst. Seine Kraft und Durchsetzungsstärke verlangen Erfahrung, die auch dann verfügbar sein muss, wenn der Alltag anstrengend wird.

Fazit: Ein kräftiger Hund braucht Erfahrung
Der Perro de Presa Mallorquín ist ein kraftvoller, loyaler Begleiter mit starkem Charakter. Seine Ruhe und Anhänglichkeit gehören ebenso zu ihm wie Wachsamkeit und Durchsetzungsstärke.
- Erfahrung und sichere Führung sind entscheidend. Frühe Sozialisation, klare Regeln und gemeinsame Beschäftigung helfen beim Zusammenleben mit Menschen und anderen Hunden.
- Er braucht Familienanschluss, Bewegung und Kopfarbeit. Ein Garten ersetzt gemeinsame Aktivitäten nicht; kleine Kinder bleiben im Kontakt mit ihm beaufsichtigt.
- Abgemessene Portionen und ein schlanker Körperzustand vermeiden zusätzliche Gelenkbelastung. Im Wachstum ist Überfütterung besonders ungünstig.
- Krankenversicherung, OP-Schutz und Hundehaftpflicht erfüllen verschiedene Aufgaben: Behandlungskosten, Eingriffe und Schäden Dritter. Welche Kosten übernommen werden und welche Eigenanteile bleiben, bestimmt der Vertrag.
Seine enge Bindung macht den Ca de Bou zu einem anhänglichen Familienmitglied. Seine Kraft und Wachsamkeit verlangen dabei eine verlässliche Führung, die du auch in schwierigen Situationen übernehmen kannst.
FAQ – Häufige Fragen zum Ca de Bou
Ist der Ca de Bou gefährlich?
Nein, ein gut sozialisierter Ca de Bou ist nicht grundsätzlich aggressiv. Seine Kraft und sein Wachverhalten verlangen jedoch erfahrene, sichere Führung und konsequente Erziehung.
Steht der Ca de Bou auf der Rasseliste?
Ja, in Bayern steht der Ca de Bou auf der Rasseliste. Die Kampfhundeinstufung lässt sich für den einzelnen Hund durch einen entsprechenden Nachweis widerlegen.
Ist der Ca de Bou für Familien geeignet?
Ja, mit guter Sozialisation, konsequenter Erziehung und ausreichender Auslastung. Er ist seiner Familie anhänglich und verschmust. Kleine Kinder bleiben im Kontakt mit ihm beaufsichtigt.
Wie viel Bewegung braucht der Ca de Bou?
Der Ca de Bou braucht regelmäßige Spaziergänge und geistige Beschäftigung, etwa Nasenarbeit oder kleine Tricks. Die Belastung muss zu Alter und Gesundheit passen.
Wie groß wird ein Ca de Bou?
Die Widerristhöhe beträgt im Rassestandard 55–58 cm bei Rüden und 52–55 cm bei Hündinnen.
Wie viel wiegt ein Ca de Bou?
Das Gewicht liegt im Rassestandard bei 35–38 kg für Rüden und 30–34 kg für Hündinnen.
Ist ein Ca de Bou für Anfänger geeignet?
Nein, seine Kraft und Durchsetzungsstärke verlangen erfahrene Halter. Er braucht ruhige, konsequente Führung und frühe Sozialisation.
Ist ein Ca de Bou allergikerfreundlich?
Nein, auch ein Ca de Bou produziert Allergene in Hautschuppen, Speichel und Urin. Lass einen Verdacht auf Hundeallergie vor der Anschaffung beim Allergologen abklären.
Passt ein Ca de Bou gut zu Kindern?
Ja, bei guter Sozialisation und Erziehung ist er vertrauten Kindern freundlich zugewandt. Kleine Kinder dürfen wegen seiner Größe und Kraft nicht unbeaufsichtigt mit ihm sein und müssen respektvollen Umgang lernen.
Welche Krankheiten kommen beim Ca de Bou vor?
Möglich sind Hüft- und Ellenbogendysplasie, Arthrose, Kniescheibenprobleme und Kreuzbandverletzungen. Auch Herzerkrankungen und bei vorhandenen Falten Hautfaltenentzündungen können auftreten. Eine Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Bei aufgeblähtem Bauch und erfolglosem Würgen braucht dein Hund sofort tierärztliche Notfallhilfe.
Welche Versicherung braucht ein Ca de Bou?
Die Hundehaftpflicht schützt vor finanziellen Folgen von Schäden an anderen Menschen oder deren Eigentum. Eine Krankenversicherung kann Behandlungen und Operationen abdecken, reiner OP-Schutz konzentriert sich auf Eingriffe. Der Vertrag bestimmt Leistungen, Ausschlüsse und mögliche Eigenanteile.
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