Bordeauxdogge: Kraftvoller Beschützer mit sanftem Herz
Die Bordeauxdogge, auch bekannt als Dogue de Bordeaux, zählt zu den ältesten französischen Hunderassen. Sie gilt als ausgezeichneter Familienhund, da sie sich durch ihre kinderfreundliche und treue Art ideal in das Familienleben einfügt. Ihr massiger Körperbau, der breite Kopf und das ruhige Wesen machen sie zu einem beeindruckenden, aber treuen Begleiter. Wie bei vielen großen Hunden zeichnen sich Bordeauxdoggen durch besondere Eigenschaften und Anforderungen in Haltung und Erziehung aus. In diesem Rasseportrait erfährst du alles über Haltung, Pflege, Wesen, Gesundheit und die passenden Versicherungen für diese sanftmütige Molosserrasse, die besonders für ihre Gelassenheit bekannt ist.
Wesen
Ruhig, ausgeglichen und sehr menschenbezogen
Gewicht
45-70+ kg
Höhe
58-68 cm
Lebenserwartung
6-10 Jahre
Erziehbarkeit
Leicht
Schwer
Fellfarbe
Alle Schattierungen von fahl bis mahagonirot, mit oder ohne schwarze oder braune Maske
Steckbrief: Bordeauxdogge
Herkunft & Geschichte
Die Bordeauxdogge stammt aus Frankreich und gehört zu den ältesten französischen Hunderassen. Ursprünglich wurde sie als Wachhund für Schlösser und Landgüter sowie als Jagdhund auf Wildschweine und Bären eingesetzt. Später diente sie auch als Zughund oder Metzgerhund. Heute ist die „Dogue de Bordeaux“ ein imposanter, sanfter Begleiter mit starkem Schutzinstinkt.
Charakter & Wesen
- Ruhig, ausgeglichen und sehr menschenbezogen
- Mutig, aber nicht aggressiv – reagiert nur bei echter Bedrohung
- Loyal und beschützend gegenüber seiner Familie
- Braucht engen Anschluss – kein Hund für die Isolation
- Bei guter Sozialisierung kinderlieb und sanft
- Braucht souveräne, ruhige und klare Führung – kein Hund für Anfänger
Haltung
- Haus mit Garten ideal – braucht Platz zum Ausstrecken und Bewachen
- Kein Zwingerhund – braucht Nähe und Ruhe
- Moderate Bewegung ausreichend – Spaziergänge ja, aber kein Leistungssport
- Gute Sozialisierung und frühe Erziehung notwendig
- Reagiert sensibel auf laute oder hektische Umgebung – bevorzugt ruhiges Umfeld
Lebensspanne
- 6-10 Jahre
Aussehen
- Größe: Rüden: ca. 60–68 cm | Hündinnen: ca. 58–66 cm
- Gewicht: Rüden: 50–70+ kg | Hündinnen: 45–65+ kg
- Fell: Kurz, fein, weich und dicht anliegend
- Farben: Alle Schattierungen von fahl bis mahagonirot, mit oder ohne schwarze oder braune Maske
- Besonderheiten: Extrem kräftiger Körperbau, breiter Brustkorb, riesiger Kopf mit Falten und hängenden Lefzen
Ernährung
- Hochwertiges Futter mit angepasstem Energiegehalt für große, schwere Hunde
- Im Wachstum: besonders auf kontrollierte Gewichtsentwicklung achten
- Gelenkunterstützung durch z. B. Glucosamin, Chondroitin und Omega-3
- Magendrehungsgefahr → mehrere kleine Mahlzeiten täglich, keine Aktivität direkt nach dem Fressen
- Auf Gewicht achten – neigt zu Übergewicht
Häufige Krankheiten
- Herzerkrankungen – z. B. Aortenstenose, Kardiomyopathie
- Hüft- und Ellenbogendysplasie (HD/ED) – rassetypisch
- Kurzatmigkeit bei Hitze – durch massive Kopfform
- Hautprobleme & Faltenentzündungen – regelmäßige Pflege wichtig
- Krebs & Gelenkprobleme im Alter
Sektion / Gruppe (FCI)
- Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
- Sektion 2: Molossoide, 2.1 Doggenartige Hunde
- Ohne Arbeitsprüfung
Herkunft und Geschichte: Französischer Molosser mit Wurzeln im Mittelalter
Die Bordeauxdogge ist ein direkter Nachfahre antiker molossoider Hunde, deren Ahnen und Vorfahren, insbesondere die Alanerhunde, bereits in der Antike als Jagdhunde, Saupacker und Kriegshunde eingesetzt wurden. Diese Hunde übernahmen die Aufgabe, Wildschweine und anderes Großwild zu packen und zu stellen, was ihre Aufgaben als Jagdhund und Saupacker bei der Großwildjagd unterstreicht. Neben ihrer Rolle als Wach- und Schutzhunde waren sie im Mittelalter auch vielseitig für die Jagd auf Großwild eingesetzt. In dieser Zeit wurden Bordeauxdoggen zudem für Hundekämpfen verwendet, bei denen sie gegen andere Hunde oder sogar Bären antreten mussten. Im Mittelalter erfüllten die Vorfahren der Bordeauxdogge vielfältige Aufgaben als Jagdhunde, Wach- und Schutzhunde, was in historischen Quellen und alten Büchern dokumentiert ist, wie etwa in einem Buch aus dem 14. Jahrhundert, das die Geschichte der Saupacker und Bordeauxdogge beschreibt. Die Entwicklung zum Rassehund begann im 19. Jahrhundert, als die Bordeauxdogge erstmals 1863 auf der Ausstellung im Pariser Jardin d'Acclimatation unter ihrem heutigen Namen präsentiert wurde. Die französische Zuchttradition spielte eine bedeutende Rolle, wobei Pierre Megnin 1896 den ersten Rassestandard verfasste und damit maßgeblich zur Entwicklung der Bordeauxdogge beitrug. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Population der Bordeauxdogge stark dezimiert und die Rasse stand kurz vor dem Aussterben. Heute ist der Erhalt und die Zuchtqualität der Bordeauxdogge eng mit den Standards des VDH verbunden, der sich für die Gesundheit und Reinheit der Rassehunde einsetzt.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Bordeauxdogge unter anderem durch den Film “Scott & Huutsch” – was ihr in den 1990ern einen regelrechten Popularitätsschub brachte.
Aussehen: Massiv, charakterstark, imposant
Die Bordeauxdogge ist breit, muskulös und kräftig gebaut. Ihr großer Kopf mit den markanten Falten, der kurzen Schnauze und dem kraftvollen Kiefer verleiht ihr ein unverwechselbares Aussehen. Der robuste Körperbau und die imposante Erscheinung des Körpers unterstreichen die Stärke und Gesundheit dieser Rasse.
Das Fell der Bordeauxdogge ist kurz, dicht und fühlt sich beim Anfassen angenehm weich an. Die Fellfarbe reicht von einem satten Rotbraun bis zu mahagoni, wobei nur begrenzt weiße Flecken erlaubt sind. Typisch für die Rasse ist eine schwarze oder braune Maske im Gesicht, die das äußere Erscheinungsbild der Bordeauxdogge prägt.
Die kurzen Beine, der breite Brustkorb und der schwere Körperbau vermitteln Macht und Stärke – trotzdem ist sie in ihrer Bewegung überraschend geschmeidig.
Wesen und Charakter: Sanftmütiger Wächter
Trotz ihrer imposanten Erscheinung ist die Bordeauxdogge ein ruhiger, liebevoller und menschenbezogener Hund. Sie ist besonders loyal gegenüber ihrer Familie und zeigt ein ausgeprägtes Schutzverhalten, ohne unnötig aggressiv zu sein. Als ehemaliger Wachhund ist sie zudem sehr wach und aufmerksam, wenn es darum geht, ihre Familie und das Zuhause zu beschützen.
Sie bellt selten – wenn doch, ist es meist ein tiefes, grollendes Brummen, das durchaus Eindruck macht. Ihr Verhalten ist souverän, selbstbewusst und ausgeglichen.
Ein sanftes Kraftpaket
Die Bordeauxdogge liebt Körperkontakt mit ihren Menschen, ist aber wachsam und beschützt ihr Zuhause mit Entschlossenheit.

Haltung: Platz, Nähe und klare Strukturen
Diese Rasse braucht Platz – ein Haus mit Garten ist ideal. Die Bordeauxdogge sucht die Nähe zu ihren Menschen und mag es nicht, allein gelassen zu werden. Enge Wohnungen oder ein hektisches Umfeld sind für sie ungeeignet.
Eine frühzeitige, liebevolle und konsequente Erziehung ist bei dieser kräftigen Rasse unerlässlich. Sie lernt gut, wenn man auf Motivation und Vertrauen setzt. Bordeauxdoggen können ihre Fähigkeiten und ihren Gehorsam auch im Rahmen einer Arbeitsprüfung unter Beweis stellen.
Ernährung: Die richtige Fütterung für einen sanften Riesen
Die Bordeaux Dogge ist eine beeindruckende Erscheinung unter den Hunderassen – und das spiegelt sich auch in ihren Ansprüchen an die Ernährung wider. Damit dieser kraftvolle Hund gesund und vital bleibt, ist eine ausgewogene Fütterung entscheidend. Die Bordeaux Dogge benötigt ein Futter, das reich an hochwertigen Proteinen ist, um ihre starke Muskulatur zu unterstützen. Gleichzeitig sollte der Fettgehalt moderat gehalten werden, um das Risiko von Übergewicht zu vermeiden, das bei dieser Rasse schnell zu Gelenkproblemen führen kann.
Kohlenhydrate sollten nur in Maßen enthalten sein, da sie bei der Bordeaux Dogge nicht im Vordergrund stehen. Besonders wichtig sind Vitamine und Mineralstoffe, die die Gesundheit von Knochen und Gelenken fördern – schließlich trägt der Hund ein beachtliches Gewicht mit sich. Speziell für große Hunderassen wie die Bordeaux Dogge entwickelte Futtersorten bieten oft die ideale Zusammensetzung.
Auch die Lebensphase spielt eine Rolle: Welpen brauchen ein anderes Nährstoffprofil als ausgewachsene Hunde, und Senioren profitieren von angepassten Rezepturen. Achte darauf, die Futtermenge an die Aktivität und das Alter deines Hundes anzupassen, um Über- oder Unterversorgung zu vermeiden. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen, und regelmäßige Fütterungszeiten helfen, den empfindlichen Magen der Bordeaux Dogge zu schonen.
Mit einer durchdachten Ernährung legst du den Grundstein für ein langes, gesundes Leben deines Bordeaux Dogge – ein wichtiger Beitrag für das Wohlbefinden dieses sanften Riesen.
Pflege: Einfach, aber regelmäßig
Das kurze Fell der Bordeauxdogge ist pflegeleicht. Dennoch sollte sie regelmäßig gebürstet und ihre Falten kontrolliert werden, um Hautentzündungen zu vermeiden.
Pflege-Tipps
2–3 Mal pro Woche bürsten, im Fellwechsel täglich Fell hinter den Ohren, an Rute und Bauch besonders beachten
Baden nur bei Bedarf – sonst natürliche Schutzschicht erhalten Kontrolle auf Parasiten nach Waldaufenthalten.
Gesundheit: Sanfter Riese mit sensiblem Körper
Aufgrund ihrer Körpermasse und Zuchtgeschichte ist die Bordeauxdogge anfällig für einige typische Erkrankungen großer Hunderassen. Besonders häufig tritt bei Bordeauxdoggen die Hüftdysplasie als rassetypische Entwicklungsstörung der Hüftgelenke auf. Eine sorgfältige Auswahl beim Züchter ist entscheidend, um gesundheitliche Probleme zu minimieren.

Häufige Erkrankungen
- Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED)
- Herzprobleme (z. B. Kardiomyopathie)
- Fettleibigkeit durch Bewegungsmangel
- Hauterkrankungen durch mangelnde Fellpflege
Zucht und Kauf: Worauf beim Bordeauxdoggen-Welpen achten?
Wer sich für einen Bordeauxdoggen-Welpen entscheidet, sollte bei der Auswahl besonders sorgfältig vorgehen. Die Wahl eines seriösen Züchters ist dabei das A und O. Ein verantwortungsvoller Züchter kennt die Besonderheiten der Rasse, legt Wert auf Gesundheit und Wesen der Elterntiere und zieht die Welpen in einer liebevollen, sauberen Umgebung auf. Er kann Nachweise über Gesundheitsuntersuchungen, insbesondere auf Ellbogendysplasie und andere rassetypische Erkrankungen, vorlegen.
Beim Besuch beim Züchter lohnt es sich, die Welpen genau zu beobachten: Ein gesunder Bordeauxdoggen-Welpe ist neugierig, verspielt und zeigt keine Scheu vor Menschen. Das Fell sollte glänzen, die Augen klar sein und der kleine Hund sollte einen munteren Eindruck machen. Frage den Züchter nach dem Stammbaum, den bisherigen Impfungen und der Sozialisierung der Welpen – eine frühe Gewöhnung an verschiedene Alltagsreize ist für die Entwicklung eines ausgeglichenen Hundes entscheidend.
Nimm dir Zeit für die Entscheidung und lasse dich nicht zu einem schnellen Kauf drängen. Ein guter Züchter steht dir auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite und interessiert sich für das Wohlergehen seiner Bordeauxdoggen. So legst du den Grundstein für ein harmonisches Zusammenleben mit einem gesunden, wesensfesten Hund dieser beeindruckenden Rasse.
Versicherungen für die Bordeauxdogge
Hundehalterhaftpflichtversicherung
Die Bordeauxdogge ist in einigen Bundesländern als Listenhund eingestuft. Eine Hundehalterhaftpflicht ist vielerorts gesetzlich vorgeschrieben und besonders wichtig bei großen, kräftigen Rassen.
Leistungen:
- Personenschäden, Sach- und Vermögensschäden
- Einschluss gelisteter Hunderassen
- Fremdhüter- und Auslandsschutz
Hunde-OP-Versicherung
Operationen bei der Bordeauxdogge sind oft kostenintensiv – besonders bei Gelenkerkrankungen oder Herzproblemen. Eine gute OP-Versicherung schützt dich vor hohen Tierarztkosten.
Typische Operationen:
- Kreuzbandriss
- Magendrehung
- Tumorentfernung
- Augen- und Gelenkoperationen
Hundekrankenversicherung
Die Krankenversicherung deckt auch nicht-operative Behandlungen, Medikamente, Diagnostik und Nachsorge ab – ideal bei chronischen Erkrankungen oder Hautproblemen.
Leistungsbeispiele:
- Allergiebehandlung
- Zahnkontrollen
- Physiotherapie
- Medikamente bei Herz- und Gelenkproblemen
Lebenserwartung: Wie alt wird die Bordeauxdogge?
Die Bordeaux Dogge zählt zu den großen Hunderassen, und wie bei vielen kräftigen Molossern ist ihre Lebenserwartung mit durchschnittlich 6 bis 8 Jahren eher kurz. Doch mit der richtigen Haltung, einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung kannst du viel dazu beitragen, dass dein Hund ein möglichst langes und erfülltes Leben genießt. Es gibt durchaus Bordeaux Doggen, die 10 Jahre oder sogar älter werden – vor allem, wenn sie von Anfang an gut gepflegt und betreut werden.
Wichtig ist, auf die typischen Risiken der Rasse zu achten, wie etwa Ellbogendysplasie, und frühzeitig tierärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Eine artgerechte Haltung mit ausreichend Platz, liebevoller Zuwendung und angepasster Bewegung fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes. Auch die Wahl eines verantwortungsvollen Züchters, der Wert auf gesunde Elterntiere legt, kann die Lebenserwartung positiv beeinflussen.
Mit Fürsorge, Aufmerksamkeit und einem guten Gespür für die Bedürfnisse deiner Bordeaux Dogge wird sie dir viele Jahre ein treuer und sanftmütiger Begleiter sein – und mit etwas Glück sogar länger, als es der Durchschnitt erwarten lässt.
Fazit: Die Bordeauxdogge – ein sanfter Riese mit Wacheigenschaft
Die Bordeauxdogge vereint Sanftmut mit Schutztrieb, Kraft mit Ruhe. Sie eignet sich für erfahrene Hundehalter, die ihr genügend Platz, Nähe und Sicherheit bieten. Wer ihr gerecht wird, gewinnt einen tief loyalen und würdevollen Begleiter.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Ist die Bordeauxdogge ein Listenhund?
In einigen Bundesländern ja – z. B. Bayern, Brandenburg, Hamburg oder NRW. Informiere dich vor dem Kauf über gesetzliche Auflagen.
Ist die Bordeauxdogge kinderfreundlich?
Ja – sie ist sehr liebevoll und ruhig im Umgang mit Kindern. Wichtig ist eine frühzeitige Sozialisierung und Aufsicht bei Kleinkindern.
Ist sie für Anfänger geeignet?
Nein – die Kombination aus Kraft, Schutztrieb und gesundheitlicher Anfälligkeit erfordert hundeerfahrene Halter.
Wie viel Bewegung braucht die Bordeauxdogge?
Tägliche moderate Spaziergänge reichen aus. Hundesport oder Überforderung im Wachstum sind nicht empfehlenswert.
Martin Markowsky
Versicherungsmakler & Hundeexperte
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